Schluss mit dem Missbrauch des Sports für politische Zwecke!

Wie kann man als Fußball-Spieler sicherstellen, auf jeden Fall – völlig unabhängig vom sportlichen Abschneiden – bei der aktuellen Europameisterschaft als Sieger vom Platz zu gehen?

Statt einer Kapitänsbinde präsentiert man eine Armbinde in den Regenbogen-Farben, setzt damit ein Zeichen für mehr Toleranz und Respekt gegenüber Homosexuellen, Diversen usw. usf. So hat es der Torwart der deutschen Elf, Manuel Neuer, gehalten und kann nun kaum noch etwas falsch machen: Egal, wie viele Tore er kassieren wird, er wird als politisch verordneter Sieger der EM in Erinnerung bleiben.

Doch das geht noch doller: In München hat der Stadtrat beschlossen, am Mittwoch im Spiel gegen Ungarn die Allianz-Arena ebenfalls in den Regenbogen-Farben leuchten zu lassen. Damit soll ein Zeichen gegen die ungarische Politik gesetzt werden. In Ungarn ist erst kürzlich ein Gesetz verabschiedet worden, das Werbung für Homosexualität und Geschlechtsumwandlungen bei Kindern verbietet. Doch aus dem bunten Treiben wird wohl nichts: Die UEFA hat die Regenbogen-Arena verboten und dürfte damit schon jetzt als großer politischer Verlierer feststehen.

Einige Mannschaften im laufenden Turnier haben sich für die „Black lives matter“-Bewegung instrumentalisieren lassen. So begannen die Briten und Belgier ihre Spiele auf Knien, um sich mit der BLM-Bewegung zu solidarisieren. Erklingende Buh-Rufe der Fans, die scheinbar die Nase voll haben vom Missbrauch des Sports für politische Botschaften, wurden seitens der UEFA sofort als „Rassismus“ abgetan, für den im Fußball kein Platz sein dürfe.

Auch in dieser Frage macht sich Ungarn zum Feindbild der politisch und medial weitestgehend gleichgeschalten Westeuropäer, indem Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban feststellte: „Ein Ungar kniet in drei Fällen nieder: Vor Gott, vor seinem Land und wenn er um die Hand seiner Geliebten anhält.“ Die Ungarn lassen sich also weder von der Regenbogen-Fraktion noch von der BLM-Lobby instrumentalisieren.

Vor dem Hintergrund dieser politischen Scharmützel auf und neben dem Platz kann es kaum verwundern, dass sich immer weniger Bürger für die EM interessieren. Hatte schon die aus deutscher Sicht sportlich miserable WM 2018 kaum jemanden vom Hocker gerissen, beklagen sich auch diesmal Fernsehsender, Bierproduzenten und Mannschafts-Ausstatter wie Adidas über den ausbleibenden Einschaltquoten- bzw. Umsatz-Boom.

Ob es an der allzu offensichtlich zur Schau getragenen Politisierung des Sports liegt oder daran, dass die Kommerzialisierung des Fußballs immer perversere Formen annimmt: Mit einem Sommermärchen wie 2006 ist nicht zu rechnen, die Identifikation vieler Deutscher mit der „Mannschaft“, die nicht mehr Nationalmannschaft sein soll, ist auf dem Tiefpunkt angekommen. Stell Dir vor, es ist EM, und keiner guckt hin.

Wie weit der Einsatz der Mannschaften für die Gleichberechtigung von Homosexuellen und anderen sexuellen Randgruppen geht, können sie bereits im nächsten Jahr bei der Weltmeisterschaft in Katar unter Beweis stellen. Dort wird Homosexualität bis heute mit mehrjähriger Haft bestraft. Bislang gibt es keine Berichte, dass auch nur eine Regenbogen-Mannschaft das Turnier boykottieren würde. Schließlich müsste man dann auf sehr viel Geld verzichten. So ernst meint man es mit der Regenbogen-Politik dann doch wieder nicht.

Ronny Zasowk